„Herr Groll und die ungarische Tragödie“
DO, 05.12.2013   19:30 Uhr

Herr Groll und sein Freund der „Dozent“, ein Privatgelehrter aus gutem Hause, recherchieren im Milieu der osteuropäischen Pornoindustrie. Das ermittelnde Duo stößt im nordungarischen Gebirge auf einen Pornoring, der in den Kasematten einer Burg mit der Produktion abseitiger Filme für einen speziellen Kundenkreis Millionen verdient und von höchster Stelle gedeckt wird.

Die Geschichte beginnt mit einem Internet-Hilferuf an den New Yorker Herausgeber einer Zeitschrift namens Giordano, der die Nachricht an Groll weiterleitet. „In einem nordungarischen Nest sitzt ein behinderter Mann in einem Heim. Er behauptet, in der Anstalt trügen sich fürchterliche Dinge zu. Sie werden dort hinfahren. Recherchieren Sie und schreiben Sie eine Reportage für die Oktobernummer.“

Der Ich-Erzähler packt und fährt los. Der Dozent begleitet ihn und schreibt seine Beobachtungen und Kommentare während der Reise mit seinem körperbehinderten Freund auf. Riess erzählt von Ungarn, von der Donau, einer Flußfahrt und einer komplizierten Männerfreundschaft. Die zwei ungleichen Reisenden überschreiten nicht nur die Grenze zwischen zwei Nachbarländern. „Giordanos Auftrag“ ist eine packende Geschichte über das Millionengeschäft mit Pornofilmen und snuff movies, deren Darsteller vor laufender Kamera gequält werden. Produziert wird im Osten, dort wo die Armut seit Beginn der marktwirtschaftlichen Freiheit am größten ist. …Der Erzähler dieses Thrillers spricht lakonisch, der Roman enthält alle Elemente einer Detektivgeschichte von Raymond Chandler, wozu auch das Ende paßt. (Wendelin Schmidt-Dengler/Andreas Weber)

Ein spannender Kriminalfall in den ungarischen Bergen und an der Donau. Bemerkenswert. (Neue Zürcher Zeitung)

Max Bellocchio, der in zehn Jahren über 100 Pornos gedreht hat, sagt von Budapest, die Stadt sei das neue Zentrum der europäischen Pornoindustrie. "Die Mädchen sind wunderschön", sagt Bellocchio. Sex gehört neben Salami, Gänseleber und Wein zu den wenigen ungarischen Produkten, mit denen sich Geld verdienen läßt. Zehntausende von Mädchen, sagt der Soziologe Heleszta Sándor, versuchen so nach oben zu kommen. Pro Monat werden in Ungarn über 100 Filme gedreht, schätzen Branchenkenner. Allein in Budapest, der Stadt, die das Milieu gern das "Bangkok des Westens" nennt, sind es über 50. " (Thomas Hüetlin, Der Spiegel)

Porno-Filme werden zwar auch in anderen Ländern wie der Tschechischen Republik gedreht, aber die Darstellerinnen werden oftmals aus Ungarn mitgebracht. Sie sind einfach die besten” sagt der Besitzer der größten Porno-Produktionsfirma Ungarns: Loona Luxx. Laut Kovács ist dieser ‘Porn-Export’ einer der Hauptgründe, weshalb Budapest zu einem europaweiten Zentrum für Erotikfilme geworden ist. “In Ungarn zu filmen und zu produzieren ist kostengünstiger. Dieses Land bietet die perfekte Infrastruktur für Porno-Drehs.” Die Sparte ist ein lukratives Geschäft: In Ungarn setzt die Pornoindustrie jährlich eine Milliarde Euro um.

(Pedro Ricon)

Konzert Newsletter
>>
Die Währung Gibling
Webshop
Versorgerin
NewWebSite
Radio FRO
servus.at
Jahresprogramm 2017
II3II_