OON Nachrichten
SA, 16.01.2016   23:55 Uhr

Linz darf nicht Donald-Trump-City werden.

Verluste in der Stadtwerkstatt – wo denn bitte? Jeder, der den Prüfbericht des Kontrollamts der Stadt Linz gelesen hat, müsste wissen: Die STWST macht keine Verluste! Die Stadtwerkstatt antwortet auf diesen haarsträubenden Unsinn in einer Pressemeldung.

Die Stadtwerkstatt stellt Statements in den OON vom 14. Jänner 2015 richtig:

-Der in den OON veröffentlichte Artikel „Die Stadtwerkstatt fuhr mit eigener Währung Verluste ein“ ist von Anfang bis Ende absurd. Die Stadtwerkstatt ist ein höchst erfolgreich agierender Verein - dies trifft auch auf die wirtschaftliche Gebarung zu und wurde auch vom Kontrollamt festgestellt. Ein Prüfungsergebnis derartig misszuinterpretieren, entbehrt jeder Grundlage.

- Die kulturelle und künstlerische Tätigkeit sollte besonders in einer "Unesco-City of Media Arts" gewürdigt werden - die Stadtwerkstatt war hier Pionier und bestreitet immer noch Kunst und Kultur, die mitten in der Zeit steht.

- Neben dieser bedeutenden kulturellen Arbeit sorgt die Stadtwerkstatt für Arbeitsplätze, die im Hilfsbetrieb Strom wirtschaftlich getragen werden und im nicht geringen Ausmaß – und dies ohne Lohndumping. Im künstlerischen Sektor hat die Stadtwerkstatt eine Organisations- und Finanzstruktur geschaffen, bei der alle Personalkosten in Projekte eingerechnet wurden. Dadurch können außenstehende Personen Projekte in der STWST umsetzen und der künstlerische Betrieb ist und bleibt vital.

- Wer den Prüfbericht gelesen hat, muss eindeutig erkennen, dass die STWST keine Verluste einfährt, sondern im Gegenteil hochprofessionell agiert und positive Jahresergebnisse liefert! Dies hat auch der Bericht des Kontrollamts bestätigt. Darüberhinaus: 27 Arbeitsplätze, 100 Veranstaltungen im Haus pro Jahr, eine Stadtzeitung, die sich heuer kooperativ erweitert hat, kontinuierliche national wie international beachtete Kunstproduktion. … Die Stadtwerkstatt bilanziert positiv, erwirtschaftete  in den letzten Jahren einen Eigenmittelanteil von ca 70% und ist damit Vorzeigebetrieb!

- Konkret zur Community-Währung Gibling: Der Gibling stärkt Betriebe der Community. Die Wertschöpfung liegt bei Kleinbetrieben und Kulturinitiativen, nicht bei internationalen Konzernen. Der Gibling ist zusätzlich zu seiner Funktion als Community-Währung ausgewiesenes Kunstprojekt. Als solches war er bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Siehe Süddeutsche Zeitung, Biennale Vienna, MCD Paris u.v.a.

- Konkret zur Versorgerin: die Versorgerin, ein dezidiert unabhängiges und kritisches Medium mit internationaler Rezeption, ist eine Zeitung mit sehr hoher Eigenmitteldeckung. Eine Eigenmitteldeckung, die nicht nur die Produktionskosten des Produkts abdeckt, sondern auch einen Teil der Personalkosten. Hier vergleichsweise extrem niedrige Kosten über vier (!) Jahre zusammenzurechnen, Zahlen zu entkontextualisieren, und dann Kosten einfach als "Verluste" zu bezeichnen, entbehrt jeder fachlichen und wirtschaftlichen Kompetenz.

- Die Argumentation hinsichtlich Print und Online betrifft jedes Medienprodukt - dann aber auch jede Tageszeitung, jede Parteizeitung, jedes Programmheft jeder Kulturinstitution, wo ein eindeutiger Trend zu Printprodukten zu bemerken ist. Wir bekennen uns zu unserem Printprodukt, wie viele andere Institutionen auch. Zumal Druckkosten nur einen Teil der Kostenfaktoren ausmachen: Wir beauftragen, was den Vertrieb betrifft, lieber eine heimische Druckerei und einen lokalen Fahrradbotendienst, als facebook zu bezahlen, um bessere Platzierungen zu erreichen. Eine nicht unübliche Praxis in sozialen Medien. Darüberhinaus benutzen Stadtwerkstatt  und Versorgerin natürlich Online-Tools und kennen die zweckorientierten  Vor- und Nachteile von Print und Online bestens.



Für jeden politisch denkenden Menschen ist es offensichtlich, dass das Lancieren derartiger Falschmeldungen seine Ursache in den kritische Positionen der Stadtwerkstatt hat. Der Versuch unliebsame Kritik auf diese Weise mundtot zu machen, belegt einmal mehr den demokratischen und medialen Verfall, der zu konstatieren ist, seit Populisten in der Stadtregierung am Werk sind. Die Stadtwerkstatt bekennt sich umso mehr zu einer offenen Gesellschaft, in der Kritik möglich und notwendig ist.

Die Stadtwerkstatt empfiehlt: Deshalb noch mehr Versorgerin lesen! Deshalb den "WurstvomHundBall" besuchen! Deshalb noch mehr Giblinge wechseln! Deshalb in der City of Media Arts den einzig wahren Hort der Medienkunst feiern! Es war noch nie so leicht, sich gegen haarsträubenden Unsinn zu positionieren! Come to Stadtwerkstatt!
Linz darf nicht Donald-Trump-City werden!

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