BUGRACE
SO, 05.09.1999

DAS PROJEKT DER STADTWERKSTATT ZUR ARS ELECTRONICA 1999
Ein Forschungsprojekt der besonderen Art und eine Live-Show für das Publikum vor Ort. Einsatz ist gefragt.

JAPAN 1995
Shoji Takeuchi publiziert Forschungsergebnisse zu einem Hybrid Insect Robot. Er präsentiert eine Methode, wie Kakerlaken durch elektronische Stimulation in ihrer Verhaltensweise kontrollierbar werden. Mit einem Computer und an den Tieren angebrachten Elektroden werden die Beinmuskeln der Kakerlaken gesteuert. Takeuchi und sein Team produzierten einen Kakerlaken-Roboter.

LINZ 1999
"Life Science" lautet das Thema der Ars Electronica 99.
Die Stadtwerkstatt knüpft an die Forschungen der japanischen Wissenschaftler an.


BUGRACE 99
Kakerlakenwettrennen zur Ars Electronica. Für das Publikum wird ein Wettkampf inszeniert, bei dem die unbeliebten Tiere zu Stars in der Manege werden. Der Ort des Geschehens gleicht einer Wetthölle. Ein Moderator heizt die Stimmung an. Ein Wettbüro sorgt für Spannung und Nervenkitzel. TV-Kameras filmen das Geschehen und übertragen das Rennen live auf Monitore im Saal und ins Internet.

ORDINARY BUGS
Kakerlaken gelten als schleimig, abstoßend, häßlich; keiner will sie und trotzdem haben es diese Insekten dank ihrer unglaublichen Resistenz geschafft, über tausende Jahre Ausrottungsversuche zu überleben. Kakerlaken sind die Nutznießer der Zivilisation. Kakerlaken lieben den Schmutz und die Dunkelheit, und haben sich zu einem Indikator für ärmliche und unhygienische Lebensumstände entwickelt. Kakerlaken tragen Krankheitserreger, Viren und Bakterien mit sich und verbreiten diese. Außerdem haben Forschungen ergeben, daß Kakerlaken bis zu 75% ihrer Lebenszeit nur damit verbringen, faul in unserem Müll zu liegen und gar nichts zu tun.

Kakerlaken, auch als Küchenschaben bekannt, gelten als die Parasiten und Schädlinge schlechthin, die verabscheuungswürdigste Lebensform, die zur Zeit auf unserem Planeten existiert.

FINE BUGS
Wir ernennen die Kakerlake zum Forschungsgegenstand. Wir formen Parasiten zu Hoffnungsträgern und das Publikum hat die reelle Chance mit den Tieren, die in der Küche alles vernichten, Geld zu verdienen. Die Vorzeichen werden vertauscht; Schaben sind die Stars in der Manege, der Mittelpunkt des Interesses. Beobachtet von unzähligen Kameras, jede Regung und Bewegung wird mit Spannung & Emotion mitverfolgt. Medial in Szene gesetzt, alles wird von einem Moderator kommentiert. Ein Sportereignis. Mensch setzt all seine Hoffnungen und natürlich auch sein Geld auf Kakerlaken. Sechs Beine für einen Sieg. Die Nerven sind gespannt. Es darf gewettet werden.

FAST BUGS
Dem Shimoyama Yasuda Lab gleich, an dem Takeuchi und sein Team arbeiten, wird die Stadtwerkstatt in der Zeit vor dem Ars-Electronica Festival 1999 zu einem neuro-biologischen Forschungszentrum mit wissenschaftlichem Anspruch. Dem Thema Life Science entsprechend wird versucht einen Organismus durch menschliche Interaktion in eine vorgegebene Richtung zu zwingen, Leben neu zu organisieren und kontrollierbar zu machen. Ein Team von Mikroelektronikern und Biochemikern wird in Linz den freien Willen von Kakerlaken brechen und mittels Elektrostimulation des Hauptnervenstranges die Tiere domestizieren. Ziel ist es, aus den Kakerlaken brauchbare Œ¹Rennpferde ³ zu formen, angetrieben von Jockeys, die mit einem Joystick und spielerischem Geschick ihre Kakerlaken antreiben und über die Ziellinie befördern. Der Jockey wird zum Gambler, gespielt wird mit dem Leben. Rund um diese Szenerie, im dunklen Teil des Saales, befindet sich eine Tribüne für das gespannte Publikum. Der Geruch von Geld und Schweiß schwängert die erhitzte Atmosphäre. Im Raum hallt ein Stakkato von Anfeuerungsrufen, übertönt vom entfesselten Kommentar des Moderators.

MEDIA BUGS
Im Hinterzimmer des Saales ist ein Live-TV & Web Studio aufgebaut. Überwachungs-Kameras an den Bahnen filmen das Live-Renngeschehen der Kakerlaken, ein Kameramann liefert mit einer mobilen Kamera bewegte Bilder vom Rennen und den Jockeys. Mehrere Monitore im Saal zeigen einen Live-Schnitt der Bilder, Rennstände, commercial breaks, Jingles. Der Lauf der Insekten wird so im bildschirmfüllenden Format für das Publikum verfolgbar. Der im Livesstudio gemischte Video-Stream steht über einen Videoserver als realtime-video auch im Internet dem internationalen Publikum zur Verfügung. main

BUCKS FOR BUGS
Hinter einem vergitterten Fenster befindet sich das Wettbüro. Der Besucher hat die Chance mit Kreditkarte oder Bargeld auf das Team seines Vertrauens zu setzen und mit etwas Glück seinen Kontostand aufzubessern. Auch auf der BUGRACE99-Homepage http://www.servus.at/bugrace99 hat Mensch die Möglichkeit über Internet seinen Favorit zu wählen und wie vor Ort mit Kreditkarte zu wetten.


KONZEPT Thomas Lehner / Markus Seidl
UMSETZUNG Sportinstitut
VIDEOTECHNIK Petra Zoepnek
KAKERLAKENBETREUNG (ELEKTRONIK, FORSCHUNG) SPI
FORSCHUNG, TECHNIKENTWICKLUNG, SICHERHEITSWESEN Robert Schmidleitner
WEBCONCEPT/GRAFIK Uschi Reiter
LOGO Rainer Gamsjäger
3D GRAFIK Bernd Aichberger
BÜHNENBAU Alfred Wögerbauer
MODERATION Martin Honzik
PR & SPONSORING Lucia Schramm
REDAKTION Gabriele Kepplinger

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