DAS PARALLEL RAUM DISPLAY
DI, 20.06.1995

MULTIMEDIA IN NETZWERKEN
Das Multimedia-Team der Stadtwerkstatt greift den Entwicklungen voraus. Im Zuge der kontinuierlichen Auseinandersetzung um netzwerkfähige Multimediaschnittstellen erarbeitet das Team ein System für mögliche Telepräsenzanwendungen.

DAS PARALLEL-RAUM-DISPLAY
Bei handelsüblichen Virtual Reality Anwendungen werden meistens Head- Mounted- Displays als Schnittstelle zu großen Rechneranlagen verwendet, um den im Rechner erstellten virtuellen Raum wahrzunehmen. Dabei entstehen für uns zwei Probleme. Virtuelle Räume benötigen enorme Rechnerkapazitäten, die für uns nicht zugänglich sind. Außerdem ist der Benutzer durch das Head-Mounted Display von seiner realen Umgebung isoliert, was für eine mögliche Telepräsenzapplikation, in der die räumliche und in einer Weise körperliche Präsenz von einem Ort aus in einem möglicherweise über weite Strecken hinweg entfernten Raum notwendig ist, ein Hindernis darstellt.
Aus dieser Problematik heraus beschreiten wir folgenden Weg: Wir kombinieren ein Head-Mounted Display, um einen stereoskopischen Effekt zu erzielen, mit zwei Helmkameras. Diese Kameras sind so angebracht, daß sie den durch die vor den Augen befindlichen Monitore verstellten Blick auf elektronische Weise freigeben.
So kann der Träger durch die Kameras sich selbst in seiner realen Umgebung wahrnehmen (er kann seine Hände und Füße betrachten, die Apparaturen, die vor ihm stehen und diese bedienen – ohne Datahandschuh).
Nun stellen wir den Kandidaten in ein herkömmliches Blueboxambiente. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, in altbewährter Chromakeytechnik ein externes Videosignal mit dem von erwähnter Kamera erzeugten Bild zu überlagern. Dieses Videosignal kann, beispielsweise über ISDN- oder sonstige Datenleitungen, von einem beliebigen anderen Ort live übertragen in unser System eingespeist werden.

In unserem Fall wird die zweite Kamera auf ein Modellauto installiert, an die Stelle, an der sich bei einer Parallelverschiebung der Kopf des Fahrers befinden würde. Dieses Modellauto wird über eine herkömmliche Telefonleitung von unserem Kandidaten, dem Telenauten, ferngesteuert. Die Telenauten sitzen in den Außenstudios, Moskau und New York, in einem präparierten Rumpfauto, das eine Art Cockpit ist. Steuerrad und Gaspedal sind über Telefonleitung und per Funk mit der Lenkung der Modellautos auf der Brücke verbunden.
Damit können Fahrbefehle (links/rechts, vorwärts/rückwärts, schnell/langsam) direkt ausgeführt werden. Somit wird der Telenaut telepräsent. Die Kombination von Helmkamera und ferngesteuertem Modellauto wird zur realen 3-D Maus. Man kann sich mit ihr an einem beliebigen Ort bewegen und darin, zum Beispiel durch Verschieben von Gegenständen, real agieren.

Beim Projekt "Checkpoint '95" werden in Moskau und New York Veteranen in die jeweiligen Fernsehstudios unserer Partner geladen, die im 2. Weltkrieg auf der Linzer Nibelungenbrücke stationiert waren. Sie haben die Möglichkeit, als Telenauten 50 Jahre später wieder auf die Brücke zurückzukehren, ohne daß sie New York oder Moskau physisch verlassen müssen.

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